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Details zur Tour

TAZ Radreise entlang der Oder

ENTLANG DER ODER (RADTOUR)
Eisenhüttenstadt – Frankfurt/Słubice – Kostrzyn/Küstrin – Cedynia - Schwedt - Szczecin/Stettin

Ihr Reiseleiter ist Uwe Rada, taz-Redakteur in der Berlin-Redaktion und Autor, u.a. des Buches "Die Oder. Lebenslauf eines Flusses", Siedler 2009. www.uwe-rada.de

Lange Zeit war die Oder das Synonym für die „Oder-Neiße-Friedens-Grenze“. Seit dem EU-Beitritt-Polens und dem Wegfall der Grenzkontrollen entsteht eine neue, grenzüberschreitende Region – fernab der beiden Hauptstädte. Wo einst West und Ost aufeinandertrafen, wird Europa neu erfunden.

Vielleicht ist die Oder der Fluss in Europa, der lange unterschätzt wurde. Seitdem sie ihr Image als deutsch-polnischer Grenzfluss nach und nach abstreifen konnte, wird auch ihr europäisches Potential sichtbar. Eine erste, wenn auch tragische Etappe dabei war das Jahrhunderthochwasser 1997. An den Fernsehern erfuhren die Deutschen, dass der Scheitel der Oderflut von Racibórz/Ratibor über Opole/Oppeln und Wrocław/Breslau in Richtung Brandenburg rollte. Nicht mehr nur die Vertriebenen wussten plötzlich etwas mit Schlesien an der Oder anzufangen, sondern auch die, die mit den Menschen am Fluss bangten. Seitdem arbeiten deutsche, polnische und tschechische Behörden an der 860 Kilometer langen Oder zusammen, wenn es um Hochwasserschutz geht.
Die vorerst letzte Etappe der europäischen Oder war die Ernennung zur Kulturhauptstadt von Breslau 2016. Als „Stadt der Begegnung“ steht Breslau für das andere, das offene Gesicht Polens im Vergleich zu den in Warschau regierenden Nationalkonservativen. Aber auch die Grenzoder, der Fluss-Abschnitt  von Ratzdorf/Neissemünde bis Mescherin ist europäisch geworden. Frankfurt und Słubice planen inzwischen eine grenzüberschreitende Innenstadt, die Europa-Universität Viadrina ist als intellektuelles Zentrum ein Anker in der von Abwanderung betroffenen Regionen beiderseits der Grenze, und die Metropole Szczecin/Stettin strahlt inzwischen auch auf ihr deutsches Umland aus. Im Norden Brandenburgs spricht man sogar schon von der „polnischen Uckermark“. Wer die Oder heute noch unterschätzt, sieht nicht, was entlang ihres Flusslaufs alles entdeckt werden kann.
Diese Entwicklung und diesen Wandel wollen wir bei der taz-Reise entlang der Oder von Eisenhüttenstadt bis Stettin mit eigenen Augen erleben und bei zahlreichen Gesprächen mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort vertiefen.

Details zur Tour

Leistungen

  • geführte Radreise
  • Übernachtung im DZ/EZ mit DU/WC in 3-Sterne Hotels ab Anreisetag
  • Halbpension (7 x Frühstück, 7 x eine warme Mahlzeit)
  • deutschsprachige Tourenleitung und Betreuung durch Uwe Rada, Journalist und Buchautor
  • thematische Treffen mit Akteuren vor Ort
  • Teilnehmer mindestens 8, maximal 16 Personen (Erwachsene)
  •  
  • Durchführung durch Kooperationspartner

Zusätzliche Leistungen - nicht im Preis inbegriffen

An- und Abreise nach Bhf Eisenhüttenstadt und retour von Szczecin Glowny

Bereitstellung eines Fahrrads; eigenes Rad kann natürlich mitgebracht werden bzw. bei einem Fahrradverleih Ihres Vertrauens bzw. in Berlin ausgeliehen werden

bei Anreise mit der Bahn empfehlen wir die Mitnahme der Fahrräder anzumelden

Verpflegung ausser Frühstück

 

Dauer

8 Tage

Preise 2020

Ab 880 Euro pro Person (DZ/HP/ohne Anreise)

Einzelzimmerzuschlag: 150 Euro

Termin

28.06. - 05.07.2020

Etappenverlauf

1. Tag (Sonntag) Anreise nach Eisenhüttenstadt. Nach dem Einchecken im Hotel lernen wir uns am Abend kennen und besprechen die Details der Fahrt.  
Abendessen und Übernachtung in Eisenhüttenstadt.


2. Tag (Montag) Eisenhüttenstadt und Frankfurt/Oder  - ca. 37 km Radstrecke
Stadtführung durch die Planstadt, die zusammen mit dem Bau des Stahlwerks entstanden war und bis 1963 Stalinstadt hieß. Besuch des Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.
Auf dem Oderradweg 15 Kilometer bis nach Aurith und über weitere 22 Kilometer nach Frankfurt (Oder) und ins polnische Słubice. Im Kulturzentrum Smok (Drache) sprechen wir mit dem Direktor und einem Aktivisten über die Lage in der deutsch-polnischen Doppelstadt, von der ja auch politisch ein neuer Aufbruch ausgeht.  Im Smok essen wir auch zu Abend.
Übernachtung in Frankfurt/Oder


3. Tag (Dienstag) Frankfurt/Oder und Słubice - ca. 5 km Radstrecke
Stadtführung durch Frankfurt/Oder)und Słubice und Thema Kulturhauptstadt 2029. Größenwahnsinn oder der Charme der Provinz als Europäisches Thema?
Besuch der Europa-Universität Viadrina, Brandenburgs erste Landesuniversität. Danach treffen wir uns auf dem Brückenplatz, einem multikulturellen Ort, der vor allem für Geflüchtete eine neue Heimat geworden ist.
Abendessen und Übernachtung in Frankfurt/Oder


4. Tag  (Mittwoch)  Kostrzyn und Cedynia - ca. 95 km Radstrecke
Nach 35 Kilometern erreichen wir Kostrzyn an der Mündung der Warthe in die Oder. Das ehemalige Küstrin wurde im Krieg zerstört, seitdem wächst dort Gras. Der Wiederaufbau der Altstadt ist beschlossene Sache, aber noch nicht realisiert, wie wir auf einer Führung sehen werden.
Weiterfahrt nach Cedynia, wo wir auf den Leiter des dortigen Museums und einen Journalisten treffen, die uns von der Lage auf der polnischen Seite der Grenzregion berichten werden.
Abendessen und Übernachtung in Cedynia


5. Tag (Donnerstag)  Criewen und Schwedt - ca. 41 km Radstrecke
Fahrt nach Criewen, dem Tor zum Nationalpark Unteres Odertal, dem einzigen Nationalpark in Brandenburg. Wir erkunden auf dem Fahrrad das atemberaubende Zwischenoderland zwischen West-Oder und Ost-Oder.
Weiterfahrt nach Schwedt, der Industriestadt der ehemaligen DDR an der Oder, bekannt durch das Petrochemische Kombinat PCK. Eine Stadtführung zeigt uns die liebevoll restaurierte Altstadt an der Oder.
Abendessen und Übernachtung in Schwedt


6. Tag (Freitag) Stettin/Szczecin - ca. 64 km Radstrecke
Weiterfahrt nach Stettin/Szczecin, neben Breslau (Wrocław) die größte Stadt an der Oder. Treffen mit einem Journalisten auf dem gerade erst revitalisierten Gelände des Alten Schlachthofs, wo man den besten Blick auf die berühmten Hakenterrassen am anderen Oder-Ufer hat. Am Nachmittag ist dann freien Zeit zum individuellen Erkunden der Stadt, bevor wir uns am Abend in der neu gebauten Stettiner Philharmonie treffen, die in kürzester Zeit zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt geworden ist.
Abendessen und Übernachtung in Stettin


7. Tag (Samstag) Stettin/Szczecin - ca. 5 km Radstrecke
Besuch des Dialogzentrum Umbrüche, ein unterirdisches Museum neben der Philharmonie, wo wir die Nachkriegsgeschichte der Stadt und insbesondere die Zeit der demokratischen Wende (1989/1990) kennenlernen.
Stadtführung und Besuchen eines Stadtarchitekten, der uns seine Visionen über die Zukunft der Stadt vorstellen wird, in deren Mittelpunkt die Revitalisierung der Oder-Insel Łasztownia (Lastadie) steht.
Nach einer gemeinsamen Auswertung ist am Abend noch einmal Zeit für das eigene Erkunden der Stadt.


8. Tag (Abreise)
Nach einem ausgiebigen Frühstück endet die gemeinsame Reise. Einige Teilnehmer werden noch einige Tage in Polen bleiben, andere ihre Heimreise individuell antreten. Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.


Stand 14. Januar 2020

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